Endlich wieder Sommertage und laue Nächte! Doch während sich Hitze am Wasser oder unter dem Sonnenschirm im Garten gut aushalten lässt, kann sie innerhalb deiner vier Wände zur echten Belastung werden. Hier findest du langfristige Maßnahmen und kurzfriste Tipps für echte Abkühlung.
Aircooler und Klimageräte
Seit einigen Jahren wächst die Auswahl von Aircoolern und Klimageräten im Supermarkt und Baumarkt. Sie sind meistens rechteckig, auf Rollen und versprechen kühle Luft in heißen Räumen. Aircooler funktionieren im Prinzip wie Ventilatoren: Sie pusten einen – je nach Stufe sanfteren oder stärkeren – Luftzug aus, der die Haut bei Wärme angenehm abkühlt. Außerdem haben viele Modelle einen eingebauten Luftbefeuchter. Dieser verdunstet kaltes Wasser zu Dampf, was für weitere Erfrischung sorgt. Aircooler sind also etwas effektiver als Ventilatoren, aber viel günstiger als eine Klimaanlage. Die Nachteile: verdunstetes Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit in deinen Räumen – das kann Schimmel begünstigen. Außerdem sinkt die Temperatur durch ihren Einsatz kaum oder nur gefühlt.
Klimageräte sind ebenfalls mobil und relativ preiswert. Allerdings verfügen sie im Gegensatz zu Aircoolern über eigenes Kältemittel. Es befeuchtet die Raumluft nicht, sondern stößt selbst produzierte Kaltluft aus. Das garantiert Abkühlung und verhindert eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Zu trockene und kalte Raumluft kann aber die Atemwege reizen. Außerdem verbrauchen Klimageräte vergleichsweise viel Strom und sind aufwändiger in der Wartung.
Klimaanlagen – mobil oder fest installiert
Kühle Räume in nur wenigen Minuten – dafür braucht es schon etwas schwereres Gerät. Eine mobile Variante sind sogenannte 47 Monoblocks. Sie bestehen, wie der Name vermuten lässt, aus einem blockartigen Kühlgerät mit einem Abluftschlauch. Das Gerät saugt warme Luft an und gibt sie gekühlt wieder ab. Über schüssige Hitze wird durch einen Abluftschlauch aus dem Raum geleitet. Den Schlauch kannst du zum Beispiel in ein Fenster oder eine Tür legen. Monoblocks müssen nicht fest installiert werden und können so abwechselnd in verschiedenen Räumen zum Einsatz kommen. Allerdings muss dafür immer ein Fenster oder eine Tür etwas geöffnet bleiben, wodurch neue warme Luft hereinströmen kann.

Fest installiert sind dagegen Split-Klimaanlagen. Sie besteht aus einem Innen- und einem Außenteil. Die Split-Klimaanlage funktioniert wie der Monoblock, nur dass warme Luft von innen über eine Verbindung an das Außenteil weitergeleitet und dort rausgepustet wird. Beide Teile und die Verbindung müssen von Fachleuten angebracht werden, allein deshalb sind sie teurer. Allerdings verbrauchen sie in der Regel weniger Strom und sind effizienter, weil keine Tür und kein Fenster geöffnet bleiben muss. Ein Nachteil ist allerdings, dass der Ventilator des Außenteils relativ laut werden kann.
Kühlen mit Sonnenenergie
Expertentipp von 1KOMMA5° Bremerhaven
„Eine Photovoltaik-Anlage rechnet sich heute schneller denn je. Hausbewohner produzieren ihren Strom damit für einen Bruchteil des Netzpreises und machen sich unabhängiger von steigenden Energiekosten. Besonders clever ist dabei die Kombination mit einer Klimaanlage – sie läuft dann auf Hochtouren, wenn die Sonne am stärksten scheint. Moderne Split-Klimaanlagen mit Inverter-Technik kühlen damit im Sommer praktisch zum Nulltarif. Und das mit zu 100 Prozent erneuerbaren Energien und ohne zusätzlichen CO₂-Ausstoß.“
Egor Androsov
1KOMMA5° Bremerhaven
Mit guter Dämmung bleibt die Hitze draußen
Dachflächen können sich bei starker Sonnenstrahlung auf bis zu 80 Grad erhitzen. Diese Hitze überträgt sich entsprechend in die Räume darunter – das macht sich besonders in Zimmern mit Dachschrägen deutlich bemerkbar. Als Mieter kannst du baulich nichts dagegen machen. Es hilft aber, Fenster mit gut abschließenden Rollos von innen oder durch Markisen oder Sonnensegel von außen zu verschatten. Dort dringt nämlich die meiste Hitze ein.
Falls du Hausbesitzer bist, lohnt es sich, die Dichtigkeit und die Isolierungseigenschaften deiner Fenster zu prüfen. Gerade ältere Fenster sind vielleicht verzogen und lassen Luft herein. Außerdem hat sich die Dämmwirkung von Fenstern in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Die Dachdämmung selbst ist im Sommer wie im Winter zentral. Nach 50 bis 60 Jahren wird eine Erneuerung empfohlen – oft wurden früher heute überholte Materialien verwendet und die Isolierung ist nicht oder nicht mehr luftdicht. Prüfen kannst du außerdem Fugen an Fenstern und Schornsteinen. Wenn sie nicht richtig abgeschlossen sind, kann dort viel Hitze ins Haus gelangen.
Die ultimative Abkühlung im Wasser
Mit Wasser kannst du dich auch an den heißesten Tagen erfrischen – auch schon im ganz kleinen. Ein Fußbad mit kühlem Wasser reguliert deine Körpertemperatur zum Beispiel schnell herunter. Das geht auch am Schreibtisch oder auf der Couch. Schnell und einfach ist ein kleines Planschbecken im Garten aufgebaut. Das ist nicht nur für Kinder ein Riesenspaß, auch Erwachsene finden darin angenehme Abkühlung an Hitzetagen.
Größere Pools sind inzwischen preiswert zu haben. Beliebt sind zum Beispiel Framepools, die aus einem Metallgestell und reißfester Kunststofffolie bestehen. Sie sind schnell und unkompliziert selbst aufgebaut – und auch wieder abgebaut oder an einen anderen Ort verschoben. Wichtiges Zubehör wie eine Umwälzpumpe und Filteranlage werden oft schon mitgeliefert. In größeren Modellen kannst du sogar ein paar Züge schwimmen!

Tipps für heiße Tage
- Schalte möglichst viele elektrische Geräte ab. Sie produzieren zusätzliche Wärme – auch im Standby-Modus
- Es ist Abend und draußen kühler als drinnen? Richte einen Ventilator im Raum auf ein geöffnetes Fenster: So wird warme Luft rausgepustet
- Lass Rollos und Jalousien tagsüber geschlossen Lüfte tagsüber lieber nur kurz und gründlich.
- Morgens und abends lohnt sich Stoßlüften in möglichst vielen Räumen gleichzeitig

