So nah und doch irgendwie weit weg: die „andere“ Weserseite. Dass die Wesermarsch einen Ausflug wert ist, bezeugen die jährlich mehr als 1,2 Millionen Übernachtungen von Urlaubsgästen auf der Halbinsel. Wir nehmen dich mit auf eine Reise zwischen Salzwiesen, Fischkuttern, Windmühlen und Badestränden.
9 Uhr
Der beste Start für einen Ausflug in die Wesermarsch liegt in Geestemünde – und zwar am Fähranleger. Von Bord einer der beiden Schiffe hast du einen super Ausblick auf Bremerhaven und die Wesermündung. Gleichzeitig sorgt die Mini-Kreuzfahrt direkt für Entschleunigung. Deine Hände kannst du statt ans Steuer an die Reling legen, salzige Luft und leichten Wellengang genießen. Nach knapp einer Viertelstunde bist du dann in Blexen und damit am Tor zur Gemeinde Butjadingen und der Stadt Nordenham – übrigens auch ein guter Ausgangspunkt für Radtouren!
9.40 Uhr
Einzigartige Natur im Wechsel der Gezeiten erlebst du im Langwarder Groden hautnah. 2014 wurde dort der Sommer deich des ehemals landwirtschaftlich ge nutzten Grodens geöffnet, seitdem holt ihn sich die Natur das Gebiet langsam zurück. Der Langwarder Groden ist Teil des Nationalparks Niedersächsisches Watten meer, 2024 gewann er die bundesweite Auszeichnung zum „Naturwunder des Jahres“. Zwei abgesicherte Rundwege mit Infotafeln und Aussichtspunkten führen dich wahlweise auf zwei oder vier Kilometern durch die Salzwiesen. Hier kannst du zum Beispiel auf Kiebitze, Säbelschnäbler und manchmal auch Seehunde treffen. Du erreichst den Langwarder Groden zwischen Fedderwardersiel und Langwarden über die Adresse Feldhauser Deich 29. Vor Ort gibt es Toiletten und kostenlose Parkplätze.
12 Uhr
Zu einem Tag an der Nordsee gehört Fisch – ob auf dem Teller, im Brötchen oder frisch verpackt für die heimische Küche. Im kleinen, aber lebhaften Kutter hafen Fedderwardersiel bekommst du das alles. Direkt am Hafenbecken betreibt die Butjadinger Fischereigenossenschaft ihr Geschäft mit Frischfisch, Krabben und Imbiss. Rundherum bieten Buden und Restaurants maritime Spezialitäten an. Ein Fischbrötchen lässt sich auch gut als Proviant für später einpacken! Ein Ausflug in das Nationalpark-Haus Museum Fedderwardersiel mit seiner Ausstellung rund um das Zusammenleben von Mensch und Wattenmeer lohnt sich außerdem.
13.30 Uhr
Früher standen in der Wesermarsch rund 120 Mühlen. Zwei kannst du heute noch besichtigen. Die Moorseer Mühle in Nordenham (Butjadinger Straße 132) wird bei passendem Wetter jeden Freitag zwischen 13 und 16 Uhr sogar in Betrieb genommen. Das angeschlossene Museum bietet anschauliche Informationen zur Funktion von Windmühlen und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Interessierst du dich mehr für Kunst? Dann ist die Seefelder Mühle (Hauptstraße 1, Seefeld) die richtige Adresse für dich. Neben der mehr als 150 Jahre alten Mühle kannst du hier wechselnde Kunstausstellungen bewundern. Im Mühlencafé warten selbstgemachte Kuchen und Torten, im Laden erhältst du regionale und Fair-Trade-Produkte. Geöffnet ist freitags und samstags von 12 bis 18 Uhr, sonntags 10 bis 18 Uhr.
15.30 Uhr
Jetzt eine Abkühlung! In der Nordsee-Lagune in Burhave (An der Nordseelagune 22a) kannst du am Sandstrand in gereinigtem Nordseewasser planschen – auch, wenn gerade Ebbe ist. In der Badelagune erwärmt sich das Wasser außerdem schneller als in der berüchtigt kühlen Nordsee. Neben viel Platz zum Schwimmen findest du einen Wasserspielplatz, Tretboote und Sportfelder, sanitäre Anlagen und Gastronomie. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr mit Badeaufsicht. Falls du doch lieber direkt in die Nordsee willst: Nicht weit entfernt gibt es einen Grünstrand mit großem Spielplatz und Strandkörben.
18 Uhr
Worauf hast du jetzt Appetit? Die Wesermarsch steckt als Urlaubsregion voller gastronomischer Angebote. Sowohl in der Burhaver Strandallee wie auch in der Nordseeallee in Tossens reihen sich Restaurants und Gaststätten mit vielfältigem Angebot aneinander – Fisch, italienisch, griechisch, einfach oder gehoben. Bei Einheimischen beliebt ist die Gaststätte Butjadinger Tor (Butjadinger Straße 69) in Nordenham. Denn dort stehen neben Fisch, Fleisch und Bowls direkt vor Ort gebraute eigene Biersorten auf der Karte.
19.45 Uhr
Die Halbinsel Wesermarsch ist größten teils von Wasser umgeben – von Nordsee, Weser und Jadebusen. Besonders deutlich wird das am Aussichtspunkt in Eckwarderhörne an der Straße „Zum Leuchtfeuer“. Die Landspitze liegt Wilhelmshaven gegenüber am Eingang zum Jadebusen. Wenn du auf eine der ins Wasser ragenden Baken spazierst, fühlt es sich an, als stündest du mitten im Meer. Der Ausblick zwischen Hafen, Watt, Leuchttürmen und grünem Marschland ist aber auch so spektakulär und ein perfekter Abschluss für den Tag auf der „anderen“ Weserseite.

