Bevor ein Fisch auf dem Teller landet, legt er einen langen Weg zurück. Fanggebiete, Lieferketten und Verarbeitungsschritte – jeder einzelne Moment entscheidet über Qualität, Frische und Geschmack. Die Deutsche See Fischmanufaktur hat diesen Weg zu ihrer Kernkompetenz gemacht. Das Bremerhavener Unternehmen verbindet dabei traditionelles Handwerk mit moderner Lebensmittelproduktion.
Im Fischereihafen schlägt das Herz der Seestadt. Hier ist Deutsche See fest verwurzelt. Gegründet 1939 mit dem Ziel, die deutschlandweite Versorgung mit Fisch sicherzustellen, hat sich das Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte zu Deutschlands führender Fischmanufaktur entwickelt. Unterschiedliche Marktphasen, Konzernzugehörigkeiten und strukturelle Veränderungen haben das Unternehmen geprägt – geblieben ist der Anspruch, aus einer sensiblen Naturressource ein hochwertiges Lebensmittel zu machen.
Qualität am Ursprung
„In unserer Bremerhavener Manufaktur veredeln wir täglich das Beste, was das Wasser uns bietet“, sagt Martina Buck, Kommunikationsmanagerin bei Deutsche See. Sie und ihre Kollegen wissen: Fisch verzeiht keine Fehler. Deshalb beginnt Qualität bei Deutsche See dort, wo alles anfängt: an den Ursprüngen der Rohware. Eigene Experten sind ganzjährig weltweit unterwegs, prüfen Fanggebiete, Fangmethoden, Nachhaltigkeitsstandards und die Arbeitsweise der Partner vor Ort. Erst wenn Herkunft, Umgang und Rahmenbedingungen überzeugen, wird eingekauft.
Dabei spielt auch Aquakultur eine zunehmend wichtige Rolle. In den vergangenen Jahren hat Deutsche See den Anteil von Fischen und Meeresfrüchten aus Aquakultur im Sortiment nahezu verdreifacht. Gut geführte Aquakulturen können natürliche Bestände hochwertiger Speisefische deutlich entlasten – vorausgesetzt, ökologische und soziale Aspekte stehen im Einklang mit wirtschaftlichen Interessen. In Bremerhaven durchlaufen alle Lieferungen strenge Kontrollen. Jede Charge wird geprüft, bevor sie in die Verarbeitung gelangt.
Vielfalt mit Idee
Rund 3.000 Artikel umfasst das Sortiment der Fischmanufaktur: frischer Fisch aus nahezu allen Weltmeeren, Räucherwaren, Delikatessen, Spezialitäten sowie moderne, gekühlte Convenience-Produkte. Geschaffen wird dieses Angebot von einem interdisziplinären Team aus Köchen, Produktentwicklern und Fischexperten. Pro Jahr bringt Deutsche See rund 150 neue Produkte auf den Markt – eine Innovationsrate von etwa zehn Prozent.
Einer der Köpfe hinter diesen Entwicklungen ist Koch und Produktentwickler Niklaas Prins. „Ich komme aus der Gastronomie und hatte schon früh den Willen, etwas Neues auf den Teller zu bringen. Altes neu zu entdecken und so lange zu experimentieren, bis es genauso ist, wie ich es mir vorher vorgestellt habe – im besten Fall natürlich noch besser. Es muss vom Geschmack explodieren“, sagt er. Inspiration liefern Food-Trends, Social Media oder auch einfach eine Prise Mut, kombiniert mit Erfahrung. Besonders gefragt bleibt dabei ein Produkt: Lachs, der unangefochtene Lieblingsfisch der Deutschen und eines der zentralen Produkte im Hause Deutsche See.

Handwerk trifft Tempo
Trotz moderner Verfahrenstechnik bleibt das Handwerk Herzstück der Produktion. In der Bremerhavener Manufaktur werden viele Arbeitsschritte bewusst von Hand ausgeführt: Filets werden einzeln gesalzen, Fische behutsam entschuppt, entgrätet und ausgenommen. Geräuchert wird schonend mit ausgewählten Hölzern.
Menge und Qualität müssen dabei keine Gegensätze sein. Das zeigt etwa die eigens entwickelte Lachsstraße. In nur vier Minuten wird dort ein ganzer frischer Lachs vollständig filetiert. In Spitzenzeiten entstehen so bis zu 1.000 Lachsfilets pro Stunde – präzise, effizient und bei konstant hohem Qualitätsniveau.
Vernetzung und Verantwortung
In der „Family of Fish“ arbeiten 1700 Beschäftigte deutschlandweit für Deutsche See. Von Bremerhaven aus steuert das Unternehmen 19 logistische Standorte. Diese Struktur ermöglicht kurze Wege, persönliche Beratung und eine besondere Nähe zu Kunden aus Spitzengastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Handel und Hotellerie. „Von Bremerhaven aus steuern wir den Weg jedes einzelnen Fisches – vom Fang über die Manufaktur bis zu unseren Kunden“, sagt Martina Buck.
Nachhaltigkeit ist fest in allen Prozessen verankert – vom Einkauf über die Produktion und Verpackung bis hin zur energieeffizienten Logistik. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über das umfangreichste MSC- und ASC-Sortiment Deutschlands, ergänzt durch zahlreiche Naturland- und BIO-Produkte. Maßnahmen zur CO₂-Reduktion, darunter Wärmerückgewinnung, Blockheizkraftwerke, Photovoltaik-Anlagen und eine verantwortungsvolle Logistik, gehören ebenso dazu wie flexible Arbeitszeitmodelle und betriebliches Gesundheitsmanagement. Für diese Gesamtpaket wurde die Deutsche See bereits 2010 als „Deutschlands nachhaltigstes Unternehmen“ ausgezeichnet.
„Wir wollen nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen“, betont Martina Buck. „Nachhaltigkeit bedeutet für uns, heute so verantwortungsvoll zu handeln, dass wir auch in Jahrzehnten noch erstklassigen Fisch aus gesunden Beständen verarbeiten können.“ Nur wenn natürliche Ressourcen erhalten bleiben, hat die Fischwirtschaft auch eine Zukunft. Dieses Verständnis ist in Bremerhaven verankert – Tag für Tag, Fisch für Fisch.
MSC und ASC
Das blaue MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) kennzeichnet Wildfisch aus nachhaltiger Fischerei. Zertifiziert werden Fangmethoden, die Fischbestände schützen, Meeresökosysteme schonen und eine transparente Rückverfolgbarkeit gewährleisten. Das grüne ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) steht für verantwortungsvolle Aquakultur. Es berücksichtigt Umweltstandards, Tierwohl und soziale Kriterien entlang der gesamten Zucht- und Lieferkette.

