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Mit Herzblut am Spielfeld wie am Schreibtisch: Interview mit dem neuen Eisbären-Geschäftsführer Max Melching

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Max Melching kennt die Eisbären Bremerhaven aus nächster Nähe – erst als Coach der zweiten Mannschaft, jetzt als neuer Geschäftsführer. Für seinen Verein brennt er genauso wie für die Region. Jetzt will er die Eisbären sportlich und organisatorisch weiterentwickeln – mit klaren Ideen und viel Leidenschaft.

Moin Max, vor ein paar Monaten
standest du noch an der Seitenlinie,
jetzt führst du den Club. Wie fühlt
sich das an?

Max Melching: (schmunzelt) Sehr gut. Zumal ich auch immer noch an der Seitenlinie stehe. Den Job als Coach der Nachwuchsprofis mache ich ja weiter. Der schöne Nebeneffekt ist, zum Coachen muss ich abends nur noch die Treppe vom Büro in die Trainingshalle runtergehen. Ansonsten war der Start sehr ereignisreich, besonders in sportlicher Hinsicht.

Ist deine Berufung auch als Signal zu sehen, Nachwuchs und Profis enger zusammen zu bringen?

Auf jeden Fall. Dazu hat auch Steven Esterkamp in der vergangenen Saison schon maßgeblich beigetragen, der die Durchlässigkeit des Nachwuchses in das Profitraining hinein extrem gefördert hat. Die Türen sind da vom ersten Tag an immer offen. So hatten wir in der letzten Saison schon vier bis fünf Nachwuchsspieler, die die ganze Saison über mit den Profis trainiert haben. Und in dieser Saison haben wir mit Anton Meyer und Daniel Amarante zwei Nachwuchsspieler, die auch schon starke Minuten in der Pro A gespielt haben. Sowas steht und fällt natürlich ganz stark mit dem Trainerteam.

Max Melching (kniend) mit seinem Team

Die Eisbären sind für viele Bremerhavener ein Stück Identität. Wie möchtest du die Verbindung zu den Fans weiter stärken?

Auf jede erdenkliche Art und Weise. Die Eisbären gehören zu Bremerhaven – inzwischen sogar zum gesamten Bundesland Bremen. Wir sind der größte Basketballverein hier im Norden, deutschlandweit die Nummer 10 oder 11. Wir haben einen riesigen Zuspruch im Nachwuchs, die Kids rennen uns die Bude ein. Diese Begeisterung möchten wir bewahren. Das hängt natürlich am sportlichen Erfolg, noch mehr aber ander Art, wie wir spielen. Da sind wir wieder bei Steve und dem Team. Wir haben seit letztem Sommer ein sympathisches Team, das ganz tollen, schnellen Basketball spielt. Das macht natürlich nicht „klick“ und die Halle ist dreimal so voll, aber du merkst: Die Zuschauer, die kommen, gehen zufrieden und sie kommen wieder. Das ist ein Verdienst des Teams.

Wenn wir in einem Jahr wieder sprechen, woran würdest du erkennen, dass dein Start gelungen ist?

Dass wir auf jeden Fall die Playoffs erreicht haben. Dass wir Stück für Stück zu einem Team und einer Organisation geworden sind, die um den Aufstieg mitspielen kann – ohne das zu erzwingen, sondern indem wir auf organische Weise mit vielen jungen Nachwuchsspielern hineinwachsen. Wenn das im nächsten Frühjahr schon reicht, um aufzusteigen, ist das fantastisch. Wenn nicht, ist das auch okay. Wir werden aber keine fünf Veterans verpflichten, um den Aufstieg zu erzwingen.

Gleichzeitig wollen wir uns natürlich auch organisatorisch professioneller aufstellen. Zusammen mit dem Zuspruch von Fans und Sponsoren leitet sich damit als letzter Schritt für mich ab, dass wir auch finanziell stabiler werden. Am Ende des Tages ist es die Begeisterung für den Basketball. Und die steht und fällt mit den Menschen, die ihn sehen wollen.

Vielen Dank, Max. Und dir und dem Team viel Erfolg!

www.dieeisbaeren.de

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