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Mehr als 12 Millionen Deutsche leiden an chronischen Schmerzen. Die häufigsten Formen sind Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen, Migräne sowie das Fibromyalgiesyndrom, das in unterschiedlichen Körperregionen auftritt. Viele Betroffene wissen nicht, dass es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt. Hier erhältst du einen Überblick über die wichtigsten Methoden und Therapien, die dir zustehen – und auch Maßnahmen, die dir selbst bei unheilbaren Schmerzen Linderung und neuen Lebensmut verschaffen.

Rehabilitation

Eine orthopädische Reha (auch Heilverfahren) wird von Ärzten empfohlen, wenn die medizinische Behandlung gegen akuten Schmerz abgeschlossen ist, die Schmerzen aber trotzdem bleiben – also chronisch sind. Ziel dieser Reha ist es dann, die Beweglichkeit, Haltung und Stabilität von Knochen, Muskulatur, Sehnen oder Bändern wiederherzustellen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Physiotherapie, Ergotherapie, Gerätetraining, Medikamente und andere Heilmittel.

Schmerztherapie und Schmerzmedizin

Viele Schmerzpatienten machen einen langen Leidensweg durch, auf dem sie erfolglos von einem Facharzt zum nächsten pilgern. Um solches „Doktor-Hopping“ zu vermeiden, kannst du von Anfang an ausgewiesene Schmerztherapeuten ansteuern: Seit 1996 gibt es in Deutschland für Ärzte aller Fachrichtungen eine anerkannte Weiterbildung zur Behandlung von chronischen Schmerzen. Nach Abschluss dieser mindestens einjährigen Ausbildung tragen Mediziner die offizielle Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ (SST). Unter diesem Stichwort findest du sicher den richtigen Experten für deine Beschwerden!

Die Schmerztherapie ist ein Teilbereich der Schmerzmedizin (auch Algesiologie), die sich mit der Linderung, Heilung und Prävention von Schmerzen befasst – in allen medizinischen Fachgebieten. Mittlerweile gibt es ausgewiesene Schmerzkliniken, Schmerzzentren und Schmerzambulanzen. Andere Krankenhäuser haben eine eigene Fachabteilung für Schmerztherapie. In solchen Einrichtungen werden deine Symptome ganzheitlich behandelt, das heißt: Für deine Diagnose und Behandlung werden auch psychologische, soziale, neurologische und andere Faktoren berücksichtigt. In Bremerhaven bieten unter anderem das AMEOS Klinikum Am Bürgerpark und das Klinikum Bremerhaven Reinkenheide Schmerztherapien an.

Interdisziplinär-multimodale Schmerztherapie (IMST)

Die bevorzugte Behandlungsmethode in der Schmerzmedizin ist die multimodale Schmerztherapie. Hier wird zunächst eine sorgfältige Schmerzdiagnose erstellt. Im Anschluss verfasst dein behandelnder Arzt mit dir einen individuellen Schmerztherapieplan. Die möglichen Inhalte umfassen Grundlagen zum Aufbau deines Körpers, Techniken zur Körperwahrnehmung, tägliche Sportstunden, Ergo- und Physiotherapie. Neben Medikamenten können auch alternative Verfahren zum Einsatz kommen. Zudem wird der Einfluss von Stress, Konflikten oder anderen psychischen Ursachen untersucht.

Spezielle Schmerzpsychotherapie (SSPT)

Eine vergleichbare Weiterbildung zur SST für Ärzte ist seit 2018 die SSPT für psychologische und medizinische Psychotherapeuten. Viele chronische Schmerzen entstehen im Kopf: Das Gehirn speichert einen früheren Schmerz wie ein Programm in Dauerschleife, obwohl die Ursache längst verschwunden ist. In dieser Therapie lernen Patienten, wie sie stattdessen durch positive Erlebnisse und Verhaltensmuster ihre Schmerzen verringern oder eliminieren können.

Was sonst helfen kann

In den bereits erwähnten Schmerztherapien können zusätzlich folgende Maßnahmen zum Einsatz kommen:

  • Infrarotwärme-Therapie
  • TENS (Transcutane elektrische Nervenstimulation)
  • Entspannungs- und Atem- übungen
  • Musiktherapie & Entspannungsmusik
  • Autogenes Training & progressive Muskelentspannung
  • Akupunktur & Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
  • Hypnose
  • Schmerztagebuch führen
  • Bewegungstherapie
  • Meditation & Achtsamkeit
  • Imaginationsübungen
  • Ernährung
  • Prioritäten setzen
  • Soziale Kontakte

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