Selbstfürsorge – für manche Menschen mag sich das vielleicht egoistisch anhören. Dabei ist eine gewisse Fürsorge und Liebe für sich selbst unabdingbar, um die eigene Gesundheit und Kraft zu erhalten. Nur wer eigene Ressourcen hat, kann auch anderen helfen und für sie da sein.
„Selbstfürsorge hat nichts mit Egozentrik zu tun. Sie ist auch viel mehr, als gelegentliche Wellnesstage einzulegen“, betont Birgit Lesch, Diplom-Psychologin bei der AOK. Es gehe darum, sich grundsätzlich zu fragen, was dem Menschen Energie gibt und was ihn stark macht. „Und es geht darum, das dann auch umzusetzen.“
Angesichts der täglichen Arbeit, von Terminen und Anliegen anderer passiert es nach Erfahrung der Psychologin schnell, dass man sich selbst aus den Augen verliert. Wichtig sei, auch mal nein zu sagen und auszusprechen, dass man eine Bitte nicht sofort, sondern erst später erfüllen kann. „Machen Sie Ihrem Umfeld klar, dass Sie nicht jederzeit verfügbar sind.“ So bleibt mehr Zeit für schöne Momente mit der Familie oder mit Freunden, die der Psyche gut tun. „Nehmen Sie sich Zeit für Sport oder Interessen. Und bleiben Sie neugierig“, empfiehlt Lesch.
Selbstfürsorge bedeutet für sie auch, für regelmäßige Momente der Entspannung Termine im Kalender zu blocken, ganz gleich, ob es um Atemübungen, ein Bad, Lesezeit oder Shoppen geht. „Sich einmal für alle unsichtbar machen“, nennt das Birgit Lesch. Auch für Menschen, die gar nicht mehr wissen, was sie für ihr eigenes Wohlbefinden brauchen, hat sie einen Tipp: Augen schließen und fünf- bis zehnmal tief atmen. „Hören Sie in sich hinein“, so die Psychologin.
Die AOK Bremen/Bremerhaven bietet zahlreiche Kurse und Programme zu den Themen Achtsamkeit, Entspannung und Stressbewältigung. Zwei Kurse pro Jahr sind kostenfrei nutzbar – entweder vor Ort oder online. Eine Übersicht der Gesundheitskurse gibt es unter aok.de/hb/kurse. Dort geht es auch zur neuen Balloon- App mit einem speziellen Resilienz- Programm.

