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Diese neuen Gesetze und Regelungen treten 2026 in Kraft

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Mit dem Jahreswechsel kommen in Deutschland wieder zahlreiche Gesetzesänderungen und Neuregelungen. Wir haben ein Blick darauf geworfen und zeigen dir, was du 2026 beachten musst oder worauf du dich freuen kannst.

Mehr Geld für Familien und Beschäftigte

Schlecht bezahlte Jobs werden nächstes Jahr etwas weniger schlecht bezahlt. Ab 2026 steigt der Mindestlohn auf 13,90 Euro, was besonders spürbar hilft, wenn du einen Mini- oder Teilzeitjob hast. Familien können mehr Kindergeld erwarten. Pro Kind gibt es künftig 259 Euro statt bisher 255 Euro pro Monat. Dazu gibt es auch höhere Freibeträge bei der Steuer. So bleibt vom sauer verdienten vielleicht noch was für ein Wochenend-Eis oder am Monatsende für einen Ausflug oder ein schickes Abendessen auswärts.

Günstiger essen

Auch im Restaurant könntest du nächstes Jahr noch etwas sparen. Weil der Mehrwertsteuersatz für Speisen dauerhaft bei 7 Prozent bleibt. Das macht Mittagstisch und Abendessen im Restaurant zumindest ein bisschen günstiger. Ein Gericht, das bisher 14,50 Euro kostete, könnte wieder in Richtung 13,90 Euro wandern. Kein Lottogewinn, aber ein nettes Signal – wenn der Restaurantbetreiber mitzieht und die Ersparnis weitergibt.

Teurer unterwegs

Wenn du Pendler bist, musst du dafür voraussichtlich leider tiefer in die Tasche greifen. Das Deutschlandticket kostet ab Frühjahr 2026 nun 63 Euro. Schwacher Trost: Dein autofahrender Kollege hat es auch nicht besser, weil die CO₂-Abgabe und damit voraussichtlich der Spritpreis steigt. Wer viel fährt oder ein älteres Auto nutzt, merkt das sofort. Hier kann es sich durchaus lohnen, häufiger auf Bus, Bahn oder Rad umzusteigen, wenn es möglich ist.

Onlinehandel wird verbraucherfreundlicher

Du bestellst eine Jacke im Internet, die Farbe stimmt aber überhaupt nicht. Statt 20 Minuten nach dem Rückgabeformular zu suchen, gibt es ab Juni 2026 den neuen Widerrufsbutton. Jeder Internet- Shop muss ihn deutlich sichtbar auf seiner Seite haben. So kannst du künftig ebenso wie den Kauf auch die Rückgabe mit einem Klick erledigen.

Auch Reparaturen werden wichtiger: Geht das Tablet kaputt, muss der Hersteller erst eine Reparatur anbieten, wenn sie günstiger ist als ein Austausch. Das ist besser für dich, für dein Portemonnaie und auch für die Umwelt. Beim Kauf importierter Produkte hilft dir außerdem künftig ein Gesetz mit dem etwas sperrigen Namen „CO₂- Grenzausgleichssystem (CBAM)“. Onlinehändler müssen dann offenlegen, ob ihre Produkte aus Ländern mit lascheren Klimastandards kommen – vor allem bei Waren wie Metall, Zement oder bestimmten Elektronikkomponenten. Das hilft allen, die umweltbewusst einkaufen wollen.

Transparenz beim Gehalt

Du suchst einen Job und stöberst durch Jobportale – und endlich steht da, was du immer wissen wolltest: konkrete Gehaltsangaben. Ab 7. Juni 2026 müssen Unternehmen in ihren Stellenanzeigen die Gehaltsspanne nennen. Also etwa „2.700–3.100 Euro im Monat“ statt der üblichen hohlen Phrase „leistungsgerechte Bezahlung“. So weißt du sofort, ob sich das Bewerben lohnt und musst im Vorstellungsgespräch dein Gehalt nicht im Blindflug verhandeln.

Wenn du schon einen Job hast, darfst du künftig deinen Arbeitgeber fragen, was Kollegen in vergleichbarer Position verdienen – getrennt nach Geschlecht – und dein Chef muss dir diese Infos geben. So hast du eine solide Basis für ein faires Gespräch über Anpassungen. Unternehmen ab 100 Mitarbeitern müssen außerdem künftig regelmäßig einen Bericht über Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern veröffentlichen. Das schafft mehr Transparenz und mehr öffentlichen Druck für faire Bezahlung.

Neue Regeln für Hausbesitzer – mit Wirkung für Mieter

Die alte Gastherme muckt, der Monteur seufzt, Teile gibt’s kaum noch. Für Hausbesitzer kann das jetzt teuer werden. Mit der EU-Vorgabe und der anstehenden Anpassung des deutschen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) läuft es darauf hinaus, dass fossile Heizungen – also Öl- und Gasheizungen – schrittweise aus dem Bestand verschwinden sollen. Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen, aber sobald sie nicht mehr repariert werden können, muss eine klimafreundliche Alternative wie Wärmepumpe oder Fernwärme her. Neubauten und größere Modernisierungen werden klar auf erneuerbare Energien verpflichtet.

Wenn du Mieter bist und dein Vermieter modernisiert, kann es kurzfristig teurer werden, weil er die Kosten auf die Miete umlegen kann. Langfristig sinken dafür Heizkosten und CO₂-Abgaben. Und eine sparsame Wärmepumpe ist meist günstiger im Dauerbetrieb als eine Öl- oder Gasheizung.

Meldepflichten & digitale Vorgaben für E-Commerce

Du betreibst einen kleinen Onlineshop in Bremerhaven? Dann solltest du 2026 gut vorbereitet sein. Neue Melde- und Dokumentationspflichten treffen vor allem Händler, die online verkaufen. Shops müssen genauer dokumentieren, wo ihre Produkte herkommen und CO₂-intensive Waren brauchen mehr Nachweise. Und Prozesse wie Rechnungen, Steuerdaten oder Liefernachweise müssen digital sauber, revisionssicher und schnell abrufbar sein. Kurzum: Wer online verkauft, sollte 2026 rechtzeitig checken, ob sein Shop technisch up to date ist. Es geht um Sicherheit, Vertrauen und klare Abläufe. Ob beim Pendeln, Arbeiten, Shoppen oder Heizen: 2026 bringt viele kleine und große Veränderungen – aber alle greifen direkt in den Alltag ein. Wer sich früh informiert, hat später weniger Stress und mehr vom eigenen guten Recht.

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