
Während die Saison in der Pro A auf vollen Touren läuft, stecken die Eisbären Bremerhaven schon im Planungsstress für die nächste Spielzeit. Im April müssen die Basketballer der Liga melden, wo sie ab Juli auf Korbjagd gehen wollen. Allerdings wird die Stadthalle dann saniert und hat womöglich zu wenige Plätze für den Zweitliga-Betrieb. Eisbären-Geschäftsführer Johannes Marggraf muss deshalb zweigleisig planen. Vorrangig stimmt er mit der Stadt und der Stadthallen GmbH ab, unter welchen Umständen die Eisbären in der Stadthalle weiterspielen könnten.
„Momentan erstellt ein Planungsbüro die Sanierungsplanung und das Bauordnungsamt prüft dazu, mit welchen Maßnahmen die geforderte Kapazität erreicht werden kann“, sagt Marggraf und erkennt auf allen Seiten echte Bemühungen für eine Lösung. „Alle haben ein Interesse daran, dass wir weiter in der Stadthalle spielen können“, betont er.
Trotzdem prüft Marggraf auch den „Seitensprung“ nach Bremen. „Wir haben in dieser Situation die Pflicht zum Plan B“, sagt er. Abgesehen von den Möglichkeiten (die ÖVB-Arena ist für den Zeitraum der Spiele schon stark gebucht) muss er dabei die Interessen von Fans und Sponsoren im Auge behalten. Grundsätzlich sieht der Manager auch Chancen. „Für manche Sponsoren ist Bremen durchaus interessant“, gibt er zu bedenken. „Und es gibt dort sicher auch ein großes Potenzial an Sportbegeisterten, die mal etwas anderes als Fußball in ihrer Stadt sehen wollen.“ Das Potenzial zu heben, wäre für die Eisbären sicher reizvoll, aber nicht um den Preis, es sich mit den angestammten und treuesten Fans in der Seestadt zu verscherzen oder wichtige Sponsoren zu verlieren.
Und wenn der Basketballgott völlig durchdreht und die Eisbären schon im Sommer aufsteigen? „Dann bricht hier nochmal eine ganz andere Betriebsamkeit aus“, entgegnet der Manager schmunzelnd. „Wir würden uns dann aber am Vorbild der Pinguins orientieren und nur auf Lösungen hinarbeiten, die auch nachhaltig und sicher für den Verein sind.“ Einen Ölscheich oder anderen Großinvestor hält Marggraf für ebenso unwahrscheinlich wie die „Eisbären Bremen“.
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