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Frisch auf dem Teller – Fit im Körper

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Gesund essen – das klingt für viele nach Muttis Moralpredigten, nach Müsli, Milch und Selbstkasteiung. Aber vital bleiben heißt nicht „nie wieder Pommes“. Es heißt, deinem Körper regelmäßig das zu geben, was er wirklich braucht. Essen ist zwar mehr als bloße Kalorienzufuhr. Doch der Genuss sollte im Gleichgewicht stehen mit dem Nutzen für deinen Körper.

F(r)isch auf den Tisch

Unsere Lage am Wasser ist ein Geschenk. Fisch ist hier kein Luxus. Fettreiche Sorten wie Lachs oder Makrele liefern Omega-3-Fettsäuren – gut für Herz, Gefäße und Gehirn. Zwei Portionen pro Woche sind ein realistisches Ziel. Backfisch zählt aber nur bedingt. Dazu passt hervorragend saisonales Gemüse vom Wochenmarkt oder vom Hofladen in der Nähe.

Energie statt Mittagstief

Wenn nach dem Mittagessen die Augen schwer werden, liegt das nicht nur am Arbeitstag. Weißmehl, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel lassen den Blutzucker durchstarten – und genauso schnell in den Keller gehen. Besser sind komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn, kombiniert mit Eiweiß und gesunden Fetten. Vollkornbrot mit Hummus, Naturjoghurt mit Nüssen, Haferflocken mit Beeren. Diese Kombination hält dich besser satt und deinen Akku länger auf Leistung. Du kannst dir merken: Je unverarbeiteter ein Lebensmittel, desto verlässlicher arbeitet es für dich.

Eiweiß – unterschätzt, aber entscheidend

Proteine sind Baustoffe für Muskeln, Enzyme und Immunsystem. Mit zunehmendem Alter werden sie noch wichtiger. Ab etwa 60 Jahren baut der Körper Muskelmasse schneller ab. Wer hier gegensteuert – mit Bewegung und eiweißreicher Ernährung – erhält sich Kraft und Selbstständigkeit. Gute Eiweißquellen sind Fisch, Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte und Nüsse. Ideal ist, zu jeder Hauptmahlzeit eine Eiweißkomponente einzuplanen. Das ist keine Fitnessstudio-Regel, sondern Vorsorge im Alltag.

Wenn sich der Bedarf verändert

Mit den Jahren sinkt der Kalorienbedarf – der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen aber nicht. Das bedeutet: kleinere, aber nährstoffreichere Portionen. Vitamin D ist hier im Norden immer so eine Sache. Vor allem in der dunklen Jahreszeit reicht die Sonneneinstrahlung oft nicht aus. Ein ärztlicher Check kann sinnvoll sein. Calcium hält die Knochen fest – wichtig im Hinblick auf Osteoporose. Milchprodukte, Grünkohl oder mineralstoffreiches Wasser sind gute Lieferanten

Und: Trinken, trinken, trinken! Das Durstgefühl nimmt im Alter ab. Regelmäßige Trinkgewohnheiten helfen dir, Kreislauf und Konzentration stabil zu halten. In jeder Lebensphase und jedem Alter gilt aber: Wenn du Durst hast, bist du schon im Mangelmodus. Auch wenn es nicht heiß ist, verliert dein Körper Flüssigkeit. Zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag sind eine solide Orientierung. Wer viel Kaffee trinkt, sollte das ausgleichen.

Auch der Darm verdient Aufmerksamkeit. Ballaststoffe aus Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchten fördern eine gesunde Verdauung – ein Faktor, der Immunsystem und Wohlbefinden maßgeblich beeinflusst. Vitalität im Alter entsteht nicht durch strenge Diäten, sondern durch kluge Routinen.

Die leisen Energieräuber

Ehrlichkeit hilft. Wie oft greifst du aus Gewohnheit zu Süßem? Wie selbstverständlich gehört das Feierabendbier dazu? Alkohol liefert Kalorien ohne Nährwert – und verschlechtert Schlafqualität sowie Regeneration. Zucker fördert Entzündungsprozesse und kann langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Niemand muss in Askese leben. Der Trick ist nicht radikaler Verzicht, sondern bewusste Reduktion. Vielleicht wird aus dem täglichen Bier ein Wochenendritual. Vielleicht ersetzt du Limo öfter durch Wasser mit Zitrone oder Minze. Kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben.

Vitalität ist mehr als Nährstoffe

Ernährung steht nie allein. Bewegung, Schlaf und Stresslevel beeinflussen, wie gut dein Körper Nährstoffe verwertet. Ein Spaziergang an der Weser, eine Runde durch den Park, etwas Krafttraining – all das verstärkt den positiven Effekt gesunder Ernährung. Vital bleiben heißt nicht perfekt essen. Es heißt, langfristig klug entscheiden. Mehr Farbe auf dem Teller. Mehr Frische. Mehr Substanz. Weniger „Egal, rein damit.“

Am Ende geht es nicht um Verzicht – sondern um Lebensqualität. Und die beginnt oft ganz unspektakulär: mit dem, was du heute auf deinen Teller legst.

Aus der Region auf den Teller

Am besten schmecken bekanntlich das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten. Den hat allerdings nicht jeder. Der Wochenmarkt ist die frischeste Alternative zum Eigenanbau und bietet dir die ganze Palette natürlicher regionaler Vitaminbomben ohne Bücken und Bäumeklettern. Regional bedeutet kürzere Wege, mehr Frische, intensiverer Geschmack – und auch eine höhere Nährstoffdichte. Dein Körper merkt das.

Bremerhaven hat insgesamt sechs Wochenmärkte. Jeweils sonnabends und mittwochs von 7 bis 13 Uhr finden Märkte auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Geestemünde, in der Bogenstraße in Mitte, auf dem Ernst-Reuter-Platz in Lehe sowie in der Hans-Böckler-Straße in Leherheide statt. Freitags von 8 bis 14 Uhr kann man den Wochenmarkt an der Heinrich- Kappelmann-Straße in Wulsdorf ansteuern und in der Innenstadt vor der Großen Kirche sind dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 17 Uhr Marktbuden zu finden.

Foto Envato Elements

Stangenweise Frühling – warum Spargel jetzt auf den Teller gehört

Ein kleines Saison-Upgrade für deine Vitalität

Kaum wird es milder, ist er wieder da – und mit ihm ein Stück norddeutsches Lebensgefühl: Spargel. Wenn im Mai die ersten Stangen frisch vom Feld auf den Teller kommen, geht es nicht nur um Genuss, sondern auch um genau das, worüber wir gerade sprechen: gesunde, saisonale Ernährung.

Spargel ist ein echtes Leichtgewicht – und gleichzeitig überraschend nährstoffreich. Er besteht zu einem Großteil aus Wasser, liefert kaum Kalorien, dafür aber wichtige Vitamine wie C, E und Folsäure. Auch Mineralstoffe wie Kalium stecken in den zarten Stangen. Kurz gesagt: perfekt für alle, die sich leicht, aber bewusst ernähren wollen. Gerade nach den eher deftigen Wintermonaten ist Spargel so etwas wie ein kulinarischer Neustart. Er bringt Frische auf den Teller, ohne zu beschweren – ideal also, um den Körper wieder in Schwung zu bringen.

Klassisch wird er mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise serviert. Lecker, keine Frage. Wer es etwas leichter mag, setzt auf neue Kombinationen: gedünstet mit etwas Olivenöl, als Salat mit Erdbeeren oder zu- sammen mit Fisch – eine naheliegende Wahl, besonders hier oben an der Küste. Und noch ein Vorteil: Spargel passt perfekt in das Prinzip „regional und saisonal“. Die Wege sind kurz, die Qualität hoch – und der Geschmack spricht ohnehin für sich. Also ruhig zugreifen, solange die Saison läuft. Denn wie so oft gilt auch hier: Was gerade wächst, tut uns meist am besten.

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