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Transparenz beim Gehalt: Das müssen Beschäftigte und Arbeitnehmer 2026 wissen

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Mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie bis zum 7. Juni 2026 verändert sich der Arbeitsmarkt spürbar. Sowohl Bewerbungsprozesse als auch interne Gehaltsstrukturen werden transparenter – und rechtlich anspruchsvoller. Arbeitsrechtler Guido Wurtz sieht darin einen „der größten Schritte hin zu faireren und nachvollziehbareren Lohnsystemen der letzten Jahre“.

Was ändert sich konkret?

In jeder Stellenausschreibung muss ab 2026 eine konkrete Gehaltsspanne stehen. Formulierungen wie „nach Vereinbarung“ reichen nicht mehr aus. „Unternehmen müssen sich früher festlegen und klar definieren, welche Vergütung für welche Qualifikation vorgesehen ist“, erklärt Guido Wurtz.

Beschäftigte erhalten zudem ein erweitertes Auskunftsrecht: Sie dürfen erfahren, was Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen – aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Für größere Arbeitgeber kommen regelmäßige Berichte zu geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden hinzu.

Guido Wurtz, Rechtsanwalt und Notar

Welche Vorteile bringt das?

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schafft die Reform vor allem eines: Sicherheit. Wer sich bewirbt, weiß sofort, ob sich ein Job finanziell lohnt. Und wer schon im Unternehmen ist, kann erstmals fundiert prüfen, ob die eigene Vergütung fair ist. „Die Zeiten, in denen Beschäftigte im Blindflug verhandeln mussten, sind damit vorbei“, so Guido Wurtz.

Davon profitieren aber auch die Arbeitgeber: „Transparente Strukturen erleichtern das Recruiting, stärken das Vertrauen und können schon im Vorfeld interne Konflikte über unterschiedliche Bezahlungen reduzieren“, sagt Guido Wurtz. „Gleichzeitig erhöht sich die Attraktivität für Fachkräfte“.

Worauf ist besonders zu achten?

Unternehmen müssen künftig saubere Dokumentationen, klare Gehaltsbänder und nachvollziehbare Eingruppierungen vorhalten. Unklare oder widersprüchliche Angaben können rechtliche Risiken erhöhen.

Beschäftigte sollten darauf achten, korrekt und schriftlich Auskunft zu verlangen und die Antwort sorgfältig zu prüfen.

Guido Wurtz fasst zusammen: „2026 wird ein Jahr, in dem Lohntransparenz nicht mehr Kür, sondern Pflicht ist. Wer rechtzeitig vorbereitet ist, verhindert Konflikte – und schafft Fairness.“

www.werk-wurtz.de

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