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Grünkohl ahoi! Was zu einer richtig guten Kohltour in Bremerhaven gehört

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Wenn die Luft ein bisschen beißt und der Wind vom Wasser her pfeift, dann ist das für Kenner genau die richtige Zeit für eine Kohltour. Zwischen Hafenkante, Geestrücken und Wurster Nordseeküste wird dann gewandert, geschnackt, gelacht – und natürlich Grünkohl gegessen, bis auch der Letzte satt und selig ist. Aber was macht eine gelungene Kohlfahrt bei uns im Norden eigentlich aus?

1. Die richtige Crew

Eine Kohltour lebt von den Leuten. Such dir deine beste Truppe zusammen – Arbeitskollegen, Freundeskreis oder Sportkameraden – Hauptsache, alle haben Lust auf einen Tag voll alberner Spiele, einen „Kurzen“ an jeder Kreuzung und norddeutscher Geselligkeit im Allgemeinen. Und natürlich muss dem eingeschworenen Kohlvolk auch ein repräsentatives Königspaar entspringen. Ob ausgespielt, als Letzter beim Essen oder schlicht von den Organisatoren ausgeklüngelt – die Krönung von Kohlkönig und -königin ist Pflichtprogramm nach dem Essen.

2. Startpunkt: Bremerhavener Klassiker

Richtig stilecht beginnt die Tour an Orten, die Seestadt-Charme pur versprühen: etwa am Weserdeich, im Bürgerpark oder am Schaufenster Fischereihafen. Von hier aus kannst du die Route je nach Gruppe kurz, lang oder „mal sehen, wo wir landen“ wählen. Wichtig ist nur, ausreichend Pausen für die unvermeidliche Bollerwagen- Getränkekontrolle einzuplanen. Ruft ein Teilnehmer „Kreuzung“, weil der Weg sich verzweigt, muss bei einem „Kurzen“ die Fortführung der Route oder auch irgendetwas anderes besprochen werden.

3. Der Bollerwagen

Der Bollerwagen ist das logistische Herzstück jeder Grünkohltour. Wo wüsste man das besser als am Logistikstandort Bremerhaven? Folgendes sollte euer Bollerwagen auf jeden Fall haben:

  • stabile Reifen für Kopfsteinpflaster und Parkwege
  • Heißgetränke für die Frostnasen
  • ein paar Snacks – aber nicht zu viele, sonst lohnt sich später das Essen nicht
  • eine mobile Entertainment- Einheit, sprich Bluetooth-Box für musikalische Begleitung

4. Spiele unterwegs

Kohltour ohne Spiele? Unvorstellbar. Der Klassiker dabei ist das Boßeln, das Ungeübte und Außerfriesische vor echte sportliche Herausforderungen stellen kann. Generell ist es beliebt, Dinge vor sich her zu werfen: Ob Besen, Gummistiefel oder Teebeutel – der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Gespielt wird meist in zwei Gruppen und die, deren „Waffe“ als erste ins Ziel kommt, hat gewonnen. Wichtiger als der Triumph ist allerdings, dass niemand kalt bleibt – weder körperlich noch stimmungstechnisch. Ebenfalls beliebt sind kleinere Battles, die man an windgeschützten Ecken etwa im Speckenbütteler Park oder entlang der Geeste-Promenade ausfechten kann.

5. Der Höhepunkt: Grünkohl satt!

Am Ziel wartet schließlich das grüne Gold des Nordens, schmackhaft zubereitete Friesenpalme. Und hier hat Bremerhaven einiges zu bieten: Vom urigen Lokal im Fischereihafen bis zur Landgaststätte Richtung Luneplate oder Wurster Nordseeküste findest du jede Menge Adressen, die Grünkohl mit Pinkel, Kochwurst und Kassler mit Liebe servieren. Wichtig ist eine rechtzeitige Reservierung – in der Saison sind die besten Tische schneller weg als eine Boßelkugel im Graben.

6. Grünkohl-Partys: Kohltour all inclusive

Wer möglichst wenig Planungsstress für die Kohltour möchte – oder einfach Bock auf noch mehr Gesellschaft hat – findet in Bremerhaven mittlerweile auch große Grünkohl-Partys. Mehrere Locations hauen dafür Rundum-sorglos-Pakete raus: Für einen Pauschalpreis gibt’s ein ausuferndes Grünkohl-Büffet mit allem, was dazu gehört, Getränke inklusive. Und danach legt ein DJ auf, bis die Tanzfläche glüht und zum Hüftgold aus dem reichhaltigen Essen noch ein Muskelkater in den Beinen kommt.

Hier treffen ganze Kohltour-Truppen zusammen – ein bisschen wie ein Klassentreffen des Nordens, nur mit mehr Pinkel und weniger Smalltalk. Ideal für Gruppen, die nach dem Vollfuttern nicht nach Hause wollen, sondern weiterfeiern.

Wer nicht gleich mit der ganzen Tour drauflos will, kann auch erstmal vorkosten. Grünkohl à la carte gibt’s zum Beispiel täglich im NYCE GUYS in Langen. Die Teller werden prall gefüllt, mit allerlei deftigen Beilagen – nach Anmeldung auch für größere Gruppen.

7. Und danach?

Die Mutigen ziehen weiter in ihre Lieblingskneipe. Die Satten rollen nach Hause und träumen schon vom nächsten Jahr – denn eine Kohltour ist keine einmalige Sache, sondern ein norddeutsches Ritual. Und es muss ja nicht bei einer Tour im Jahr bleiben. Vielleicht meldet sich schon nächste Woche die alte Schulklasse oder die WhatsApp- Elterngruppe mit der nächsten Grünkohltour- Einladung.

Eine Grünkohltour in Bremerhaven ist wie ein Spaziergang durch die norddeutsche Seele: rau, herzlich, ein bisschen bekloppt – und immer ein guter Grund, auch den arschkältesten Winter zu feiern. Also schnapp dir deine Crew, mach den Bollerwagen klar und los geht’s!

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